WANDERBARES, WUNDERBARES ENNSTAL

Veröffentlichungsdatum20.04.2026Lesedauer3 Minuten

Ob Genusswanderin oder Gipfelfresserin, ob Bergfex oder Klettermax – das Ennstal hat für jede und jeden das passende Outdoor- Angebot. Nach einem kalten Winter wird es wieder Zeit für Bewegung in der erwachen­den Natur. Das ist gut für Körper und Geist.Seit dem Vorjahr bietet sich in Losenstein ein neues Wanderziel. Dieses eignet sich ebenso für Bewegungshungrige wie für Literaturbe­geisterte. 


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Die rund zwei Kilometer lange Franz- Xaver-Blasl-Runde startet nahe den Tennis­plätzen, knapp oberhalb des Gasthauses Blasl. 

Von eben diesem Traditionsbetrieb stammt der 1890 geborene Pfarrer, Komponist und Dichter, nach dem der Spazierweg benannt ist. Meh­rere Ruhebänke und eine Holzschaukel laden hier zum Verweilen und Sinnieren ein. 

Nachsinnen lässt sich etwa den Impressi­onen und Gedanken, die auf 14 Tafeln mit Mundartgedichten von Franz Xaver Blasl festgehalten sind. Viele dieser Verse han­deln von der Liebe zur Ennstaler Heimat. 

Jetzt im Frühling duftet es nach frischem Grün mit ersten Einsprengseln in Weiß, Gelb und Blau von Buschwindröschen, Himmelschlüssel und Leberblümchen. Der Blick wandert über die Enns zum Ortszen­trum und zu den Hügeln, die von dort sanft zur Ramlerhöhe ansteigen. 




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Vielleicht ertönen gerade die Glocken der Pfarrkirche, deren Klang der Geistliche in einem seiner Gedichte beschreibt: 

„Ih hör a feins Klingln 

‘s dringt tiaf in mein Gmüat, 

und kam daß ih’s wåhrnimm, 

is’s a schon a Liad.“ 

„Des Glöckerl schwingt d’Hoamat“, so die Überzeugung des langjährigen Pfarrers von St. Georgen im Attergau, der 1946 krankheitsbedingt ins Ennstal zurückkehrt. Sein Werk umfasst

 







DIE PLhkgkÄNE DES NEUEN ALPENVEREINS-OBMANNS 

„Schon in seiner Jugendzeit wan­derte Blasl viele Tage durch die Bergeinsamkeit“, heißt es in einem Nachruf der „Steyrer Stadtchronik“ über den 1971 verstorbenen großen Sohn des Ennstals. 1923 wurde er Mitglied des Österreichischen Al­penvereins. 

Die Vorliebe für ausgedehnte Tou­ren teilt er mit Max Grillnberger, dem frisch gebackenen Obmann der Ortsgruppe Losenstein des AV Steyr. Der passionierte Bergsportler un­ternimmt mit Vorliebe Touren, die mehrere regionale Gipfel miteinan­der verbinden. „Beispielsweise von Reichraming auf Schneeberg, Sonn­kogel und Hohe Dirn. Zurück geht’s dann über den Rohrbachgraben und die Gschliffner Höhe.“ 

Besonders schätzt er auch den Weg auf den Schieferstein über den Ha­ckerschädel. „Bis zum Gipfel sind’s 850 Höhenmeter, wobei das felsige Gelände durchaus hochalpinen Cha­rakter hat, auch wenn der Schiefer­stein gerade einmal 1.200 Meter Seehöhe erreicht.“ 

Als Physiotherapeut weiß Grilln­berger: „Die meisten Erkrankungen entstehen durch Bewegungsmangel und falsche Ernährung.“ In seiner Tätigkeit als Alpenvereinsobmann möchte er daher dazu anregen, sich zu bewegen. 

Das Sommerprogramm des AV Lo­senstein ist gegenwärtig in Ausar­beitung. Aus dem Winterprogramm steht auch jetzt noch die eine oder andere Schitour an. Am 18. April geht es so auf den Großen Gries­stein – „ein Schitourenklassiker in den Triebener Tauern“. 

Angeboten werden soll darüber hi­naus ein Workshop zu Tourenvor­bereitung und Kartenkunde. „Wie finde ich mich im Gelände zurecht? Wie sind die Wetterbedingungen einzuschätzen? Für Bergsteigerin­nen und Bergsteiger sind das unter Umständen überlebensnotwendige Fragen.“ 

Wichtig ist, dass die Veranstaltun­gen und Informationen ihren Weg zu den interessierten Bergfexen finden. Grillnberger will daher für deren vermehrte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit sorgen und die Kommunikation über soziale Medi­en verstärken.


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 SÄNGERKNABEN IN DER JUGENDHERBERGE 

In den Verantwortungsbereich der Ortsgruppe Losenstein fällt die ÖAV-Jugendherberge am Fuße der Burgruine Losenstein. „Die Duschen und der Nassbereich wurden erst jüngst modern ausgebaut. Nun stehen Kellersanierung und Drainagierung an“, weiß der Ob­mann. Ein Vorhaben, das hoffent­lich 2027 mithilfe von Fördermitteln angegangen werden kann. 

Die als Selbstversorgerhaus aus­gelegte Herberge wird gut genutzt, von Schülergruppen ebenso wie von Vereinen oder Familien. Sogar die Wiener Sängerknaben haben hier schon genächtigt. 

„Ob Geschirr oder Betten – alles, was benötigt wird, ist vorhanden. Zum Gelände gehören außerdem eine Grillhütte und ein von außen zugänglicher Kletterraum.“

 

„Die meisten Erkran­kungen entstehen durch Bewegungsmangel und falsche Ernährung.“ 

Max Grillnberger


 

(FOTO Unterschrift) Der neue AV-Obmann ist sommers wie winters in den Bergen unterwegs.

(FOTO Unterschrift) Geführte Touren gehören zum Angebot des Alpenvereins.

 

FOTOS: © Georg Blasl, AV Losen­stein, WikiCommons/Haeferl


HÖRTIPP 

„Es liegt a schens Dörfl im Mostland“, heißt es im Losensteiner Lied, das von Sepp Stöger geschrieben und von Franz Xaver Blasl vertont wurde. Nachzuhö­ren ist es hier in einem Gesangsvortrag des Lo­sensteiner Kirchenchors.

 

3.000 Gedichte, eine 1.200-seitige Reimchro­nik Losensteins, 600 Liedkompositionen und ein „Burgfestspiel“. Be­kannt ist etwa das sogenann­te Attergau­lied („I woaß a Platzerl wun­derschön“).